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Orden der Perpetuellen Indulgenz

Safer Sex

AIDS_Virus
Kondom Kondom

Ufff, das leidige Thema!!!!

Wirklich sicherer Sex ist schließlich nur der Sex, den man nicht hat.

Aber wer will das schon!!!

 

Es gibt schließlich Mittel und Wege, mit Anderen viel Spaß zu haben und das Risiko einer Infektion zu minimieren. Und, vor allem, nur wer das Risiko kennt, kann sich wirksam schützen.

Das Ganze heißt Safer Sex, also sichererer Sex, und beinhaltet die Übernahme von Verantwortung, für Euch und Eure(n)Partner(in). Denkt mal nicht (nur) mit Schwanz und Muschi sondern benutzt auch das Teil weiter oben.

Schämt Euch nicht, auf die Benutzung eines Kondoms oder anderer Safer-Sex-Maßnahmen zu bestehen.

Ihr seid deshalb keine Spielverderber!! Auch ein negativer HIV-Test ist kein Argument dagegen, da eine Infektion erst nach 3 Monaten nachweisbar ist, was bedeutet, daß der Test den Status von vor 3 Monaten bestätigt. Aber die Entscheidung, ob und wie konsequent Safer Sex praktiziert wird, liegt ganz allein bei den Beteiligten.

Ist etwas schiefgelaufen, ist eine Schuldzuweisung absolut fehl am Platze!!!

 

Ein paar Grundinformationen vorneweg. Vieles ist im Zusammenhang mit HIV Safer Sex, andere sexuell übertragbare Krankheiten machen es uns viel schwerer, uns vor ihnen zu schützen.

Safer Sex reduziert bei diesen Erkrankungen zwar das Risiko einer Ansteckung, schließt sie aber nicht aus.

Allerdings ist gegen die meisten anderen Übeltäter, bei rechtzeitigem Gang zum Arzt, ein Kraut gewachsen, d.h. sie sind (fast) alle heilbar.

Grundsätzlich gilt, bei allen unklaren Beschwerden immer sofort zum Arzt, Zeit ist, in diesem Falle, Gesundheit.

Für sexuell übertragbare Krankheiten ist in den meisten Fällen der Hautarzt, Dermatologe, zuständig. Bei Hepetitis und HIV wendet man sich an den Hausarzt, beziehungsweise den Internisten.

Für sexuell aktive Menschen empfiehlt sich sowieso eine regelmäßige Statusüberprüfung. Traut Euch zum HIV-Test

und laßt Euch auf Syphilis testen. Es ist keine Schande, sich anzustecken, aber unverantwortlich, es weiter zu reichen. HIV-Tests können beim Arzt oder Gesundheitsamt (anonym) gemacht werden, oder, wenn man ein schnelles Ergebnis bevorzugt, gibt es die Möglichkeit der Schnelltests.

 

 

Und jetzt gehen wir mitten hinein ins pralle Leben....

 

Zuerst die gute Nachricht: Küssen, rumknutschen bis zur Atemnot, ist ungefährlich was HIV angeht.

Immerhin etwas........

 

Bis auf Kondome sind alle Schwangerschaftsverhütungsmittel KEIN Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, d.h. Pille, Scheidenzäpfchen, Spirale, Dreimonatsspritze und Diaphragma schützen wirklich nur vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Sperma und Scheidenflüssigkeit gehören nicht in Mund, Augen, Vagina, Anus und frische Wunden.

Blut ist hochinfektiös, also Vorsicht bei bestimmten Spielarten bei denen es zu Verletzungen kommen kann.

Für alle Varianten gilt, Gleitmittel dürfen auf keinen Fall fetthaltig sein. Fett greift Latex an, d.h. Kondome oder Handschuhe werden porös. Auch wenn es noch so praktisch ist, Finger weg von den im Haushalt vorhandenen Mitteln wie Butter, Öl, Vaseline und Co. Der Handel (Sexshops, Apotheken und Drogeriemärkte)

bietet spezielle, latexverträgliche Gleitmittel auf Wasser-Cellulose- oder Siliconbasis in allen möglichen Varianten an.

Gleitmittel vermindern auch bei diversen sexuellen Spielarten das Risiko von Verletzungen.

 

Kondome bestehen aus Latex und, für Latexallergiker, aus Polyurethan. Da diese Materialien sehr empfindlich sind, bitte zum Öffnen der Verpackung nie spitze Gegenstände benutzen. Mit dem Wulst nach außen auf die Spitze des eregierten Gliedes setzen, das Reservoir zusammendrücken und vorsichtig abrollen. Wenn etwas nicht funktioniert, niemals das Kondom wiederverwenden, grundsätzlich gilt, neuer Versuch, neues Kondom.

Da es die Gummis in allen möglichen Formen gibt, ist für jeden etwas Passendes dabei. Wichtig sind Haltbarkeitsdatum und Europa-Norm (EN 600). Aufbewahrt werden sie bei Zimmertemperatur, nicht in der Sonne, nicht im Portemonnaie oder der Hosentasche. Es gibt nette, kleine Döschen oder Mäppchen mit denen man die Lümmeltüten Gassi führen kann.

 

Sauberkeit ist bei allen Spielarten oberstes Gebot. Bei vielen Sexaktivitäten ist das eine oder andere Spielzeug mit dabei. Hier gilt, Dildos, Vibratoren und Sonstiges müssen nach Gebrauch immer gründlich desinfiziert werden.

Sind mehrere Partner involviert, nie mit einem Dildo (oder dem eigenen Schwanz) einfach zum nächsten Arsch oder Muschi wechseln. Entweder säubern (lästig) oder einen jungfräulichen Gummi drüber.

Für alle, die die härtere Gangart bevorzugen, sollte die Zubehörpflege selbstverständlich sein. Gerade Dinge wie Peitschen und Co sind hoch gefährlich, da sie Verletzungen mit Blutungen verursachen können. Niemals dieselbe Peitsche, Gerte etc bei einer Session an mehreren Leuten anwenden. Der Trend geht zur Zweit-und Drittpeitsche.

Nach jeder Benutzung ist auch hier Schrubben angesagt!

 

Mundarbeit:

Beim Mann ist "Fellatio" oder Blasen bis kurz vor der Ejakulation unproblematisch. Das im Lusttropfen enthaltene Virusmaterial kann vom Speichel abgetötet werden. Es besteht nur ein geringes Risiko einer Infektion mit HIV. Die anderen Infekte sind aber im Angebot.

Aber dann heißt es: rechtzeitig raus aus dem Mund!!!! Kein Sperma in den Mund!

 

Oralverkehr bei der Frau ist dann schon nicht mehr so einfach. Die Scheidenflüssigkeit enthält eine zu hohe Konzentration an Virusmaterial. Zum Schutz gibt es Dental Dams, Gummitücher aus der Zahnarztpraxis, erhältlich in Frauengesundheitszentren und Läden für Dentalbedarf. Im Zweifelsfall ist auch eine Frischhaltefolie immer noch besser als gar kein Schutz. Folie oder Tuch werden über die Vagina gelegt, bitte nicht mehrmals benutzen oder zwischendurch umdrehen.

 

 

Vaginal-und Analverkehr grundsätzlich immer mit Gummi. Bei beiden Varianten besteht ein hohes Infektionsrisiko und zwar, entgegen der Gerüchte, für den Aktiven wie den Passiven. Sperma und Scheidenflüssigkeit sind hoch infektiös und Darm wie Vagina können kleinste Verletzungen erleiden. Also sind in beiden Richtungen Tür und Tor offen für Dinge, die man nicht haben möchte. Und das Schmieren mit Gleitmittel nicht vergessen, auch bei Vaginalverkehr, wenn zu wenig Scheidensekret vorhanden ist.

Beim Analverkehr ist geschlechtsunabhängig Vorsicht geboten. Um Verletzungen zu vermeiden, gilt es klein anzufangen.

Genießt einfach das Vorspiel mit dem Finger und steigert Euch dann. Sollte trotzdem mal was schief gehen, ist ein sofortiger Arztbesuch angesagt, mit Darmverletzungen ist nicht zu spaßen. Geniert Euch nicht, die Ärzte sind Einiges gewöhnt.

 

Falsche Scham kann gefährlich werden.

 

Zu diesem Thema gehört auch das Fisten, also der Faustfick. Bei dieser Spielart wird die Faust, oder, wer es noch härter mag, der Arm in den Darm eingeführt. Hier ist ganz klar, im wahrsten Sinne des Wortes, Fingerspitzengefühl angesagt. Viel Gleitmittel, keine längeren Fingernägel, immer mit Gummihandschuhen (wegen safe) und gaaaanz vorsichtig.

Jede Verletzung kann lebensgefährlich sein, also gilt hier besonders, wenn etwas schief geht, SOFORT ins nächste Krankenhaus.

 

Womit wir beim Thema "Klarer Kopf" sind. Oft ist beim Fisten zur Entspannung "Poppers" im Spiel und viele Sexaktivitäten finden unter Alkoholeinwirkung statt. Hier muß sich jeder selbst fragen, wie es dann um seine Kontrollfähigkeit bestellt ist.

Jede Droge kann leider auch die Einschätzung einer Situation beeinflussen. Also, behaltet zumindest den Überblick und sagt im Zweifelsfalle lieber einmal "nein", als es ein Leben lang zu bedauern. Drogen jeder Art und Geilheit sind unter Safer-Sex Gesichtspunkten eine gefährliche Mischung.

 

Bei härteren Drogen ist eine geteilte Spritze natürlich absolut unsafe, was hoffentlich mittlerweile jeder weiß.

 

Beim Rimming, dem Arschlecken, besteht kein erhöhtes HIV-Risiko (außer wenn blutende Hämorrhoiden vorhanden sind).

Allerdings kann man sich mit Hepatitis, anderen Geschlechtskrankheiten und Darmparasiten anstecken.

Das gleiche gilt für Pissspiele. Aus HIV-Sicht recht ungefährlich, aber der Rest... und die beliebte Variante, in den Darm zu pissen, ist mit Kondom etwas schwierig und ohne nicht empfehlenswert.

Schwieriger ist das Thema Scheißespiele. Da wird es doch ziemlich gefährlich, da man ja nicht sicher sein kann, ob nicht doch eine blutende Verletzung im Darm vorhanden ist. Ansonsten sind auch dabei alle anderen Infekte im Angebot.

 

 

Nicht wirklich zu empfehlen ist Barebacking, d.h. komplett ungeschützter Geschlechtsverkehr. Ist man früher davon ausgegangen, daß Positive untereinander unsafen Sex haben können, sehen heute die Ergebnisse anders aus.

Da es verschiedene Stämme des Virus gibt, besteht wahrscheinlich die Möglichkeit, sich zur eigenen Variante noch eine andere dazuzuholen (Superinfektion). Eine zusätzliche Gefahr ist die Infektion mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit, was bei schon Positiven problematisch werden kann.

 

Und hier noch ein paar Worte zu HIV im Speziellen. Die Infektion ist nicht mehr zwangsläufig tödlich und dann kommt das große ABER. Die Nebenwirkungen der Medikamente haben es in sich. Sie können zu Bindegewebsschwäche und Fettverteilungsstörungen führen, im Klartext, man wird ziemlich rund. Unverträglichkeiten wie Durchfälle sind gängig.

Potenzstörungen können durch die Medikamente oder durch die Infektion selber auftreten, und das war's dann mit dem Sex.

Erreicht das Virus das Gehirn, sind gravierende Persönlichkeitsveränderungen möglich. Das Leben endet nicht so abrupt wie früher, aber die Lebensqualität läßt doch auch in vielen Fällen sehr zu wünschen übrig. Mit "ein paar Pillen" ist es also nicht getan, es ist wirklich kein Schnupfen. Außerdem gibt es noch keine Langzeitergebnisse zu den Nebenwirkungen der Medikamente. Auch da sind noch böse Überraschungen möglich.

 

Auch zu HIV gibt es eine Postexpositionsprophylaxe (PEP). Ist man mit Erregern in Kontakt gekommen, z.B.durch einen Nadelstich, geplatztes Kondom etc wird vor Ablauf von 24 Stunden mit der Prophylaxe begonnen. Optimal ist ein Einschreiten innerhalb von 2 Stunden. Nach mehr als 72 Stunden ist die PEP nicht mehr angeraten. Die Standard-Therapie besteht aus einer Kombination von mindestens drei Medikamenten, ist nicht nebenwirkungsfrei und läuft über den Zeitraum eines Monats. Diese Therapie soll die Vermehrung der Viren im Körper verhindern und ein Ausbrechen der Krankheit unterbinden.

 

Neuerdings wird noch veröffentlicht, daß nach einer Studie HIV- Positive, wenn sie länger als 6 Monate unterhalb der Nachweisgrenze liegen, als nicht mehr infektiös gelten. Diese Studie wurde aber für gemischte (pos und neg) heterosexuelle Paare mit Kinderwunsch erstellt. Eine Grundvoraussetzung war die strikte Monogamie, da jeder sexuelle Außenkontakt die Gefahr einer Ansteckung mit einer anderen sexuell übertragenen Krankheit birgt. Eine solche Infektion würde aber das Nichtinfektiössein in Frage stellen. Bei jedem HIV-Positiven, der sich mit einer der anderen Erkrankungen infiziert, flammt seine Ursprungserkrankung wieder auf. Aber das steckt alles noch in den Kinderschuhen und wir

behalten es im Auge.

 

Laßt Euch von dem Ganzen aber nicht entmutigen, habt Euren Spaß miteinander aber paßt einfach ein bißchen auf...

Wie schon eingangs gesagt, nur wer das Risiko kennt, kann eine eigene, freie Entscheidung treffen.

Diese Entscheidung ist absolute Privatangelegenheit und sollte von Niemandem kritisiert werden.

Keine erhobenen Zeigefinger und Schuldzuweisungen!!!!